Von: Christa H-S.

 

Funny Fantasy

 

Als Hörgeschichte auf YouTube

 

 

 

- Cover von LaSh

Hinter dem kleinen Hügel auf dem ausgetrockneten Gras neben der Toss-Lounge sollte das Viren-Treffen bei Dunkelheit kurz nach Mitternacht stattfinden, so war es geplant. Der Initiator des Treffens, der führende Angestellte des Corona-Virus Gremiums, hatte diesen Versammlungsort ausgesucht. Der Platz des Viren-Treffens war mit einem fluoreszierenden dunklen Hashtag für die Teilnehmer gekennzeichnet. Die undurchsichtige Gegend war miefig und erinnerte an eine triste Bahnhofstimmung. Der Angestellte des Corona-Virus Gremiums hatte den Ort des Treffens absichtlich hinter der Toss-Lounge geplant und ausgewählt. Er hatte durch den Computer-Virus erfahren, dass an diesem Abend Spezialisten, Menschen aus verschieden Berufsgruppen, die die Viren bekämpfen, sich treffen wollten. In der Toss-Lounge hätte der Corona-Virus ein leichtes Spiel die richtige Personengruppe zu infizieren.
Einige Teilnehmer anderer Viren-Gruppen wie z. B. Hepatitis, Herpes, Masern, HIV und viele weitere hatten sich, so wie auch die Gruppe der Corona-Viren, vorab für das Brainstorming zum Thema „Wie sichern wir unser Überleben?“ angemeldet.
Von diesem Standort aus konnten sie den Eingang der Bar, die mit dem auffallenden Schild in kaligraphischer Aufschrift „Toss-Lounge“ gekennzeichnet war, gut beobachten. Neben internationalen Drinks und einer erlesenen Weinkarte gab es auch eine Speisekarte mit kleinen Leckereien, die auch für die Viren geeignet waren und ihnen schon zu früheren Zeiten den Magen verzaubert hatten. Eigentlich sollte das Virentreffen in der Bar stattfinden, doch das war an diesem Abend zu riskant, sie konnten wegen ihrer großen Teilnehmerzahl entdeckt werden. Alle Viren waren sichtlich angespannt und trippelten auf dem Gras und den umliegenden Sträuchern herum!

Währendessen trafen sich hinter den Türen des Großstadtdschungels in der Toss-Lounge eine Gruppe von Forscher*innen, Virologen*innen und Ärzte*innen zu einem gemeinsamen Gespräch. Sie wollten zusammen über die Strategie im Kampf gegen den Corona-Virus diskutieren sowie einen Plan über die weitere Vorgehensweise dazu entwickeln. Zuerst war ein virtueller Kongress geplant, doch noch einmal wollten sie sich alle zu einem persönlichen Gespräch zusammensetzen, so lange die Bars und Lokale geöffnet sind. Bei den besten Drinks und Cocktails der Stadt, die die Toss-Lounge zu bieten hatte, lässt sich das Thema „Virus“ leichter bereden, da waren sich die Spezialisten einig.
Die Toss-Lounge war in zwei Bereiche aufgeteilt. In einem Bereich der Lounge konnte man sich zurückziehen, wenn man eine ruhigere Atmosphäre mit Musik wünscht. Im Dämmerlicht war es ein perfekter Ort, um sich nach einer Runde auf der Tanzfläche im Nebenraum zu entspannen. Die andere Seite der Bar war mit verschiedenen Bar-Holztischen und einer Theke mit einer dunkelgrünen Abdeckplatte aus Marmor ausgestattet. Dieser Teil der Toss-Lounge eignete sich besser um ernsthafte Themen zu besprechen und sich auszutauschen.
Aufgeregt und angespannt berichtete einer der Virologen von der momentanen katastrophalen Lage. Er musste zwichendurch zur Beruhigung an seinem gut gemixten Longdrink Wodka Lemon nippen, um flüssig weiterreden zu können. Das ganze Thema „Corona-Virus“ und die Situation hatte ihn schon sehr zermürbt und er zitierte seine Erfahrung und Meinung.
Der Corona-Virus sitzt bereits in jedem Wohnzimmer, in jeder noch so kleinen Hütte. Er ist auf der Straße und zieht durch die ganze Welt. Hinterlistig wartet er und greift plötzlich an. Schneller als Licht kommt er hervor, es gibt kein Verstecken! Gemein schlägt er zu und greift nach den Schwachen. Dort hat er ein leichtes Spiel. Weiter auf seiner Beute-Tour zieht er durch die Welt und schnappt sich die Menschen, egal welche Hautfarbe. Bis in den hintersten Winkel verfolgt er sie, lässt sie erkranken und tötet sie.
Die anderen lauschten und wollten ihn in seinem Wortschwall unterbrechen, doch dies war kaum möglich, so enthusiastisch war er in seinen Darlegungen. Anschließend meldeten sich die Ärzte*innen zu Wort und schlugen Alarm. Es wird viele Menschen besonders hart treffen, wenn wir jetzt nicht reagieren. Eine Ärztin berichtete von überfüllten Intensivstationen in den Krankenhäusern und vom überforderten und mangelnden Personal. Wir müssen schnellstmöglich reagieren, forderte sie die Gruppe auf.

Zwischenzeitlich hatten sich draußen eine große Anzahl von Viren trotz eisiger Kälte und tiefer Dunkelheit versammelt und es wurde heftig diskutiert und gestikuliert. Eine Gruppe des Corona-Virus stöhnte und gab seine Überlastung kund. Sie benötigen neue Wirtszellen für die Vermehrung, ansonsten sahen sie keinen Sieg über die Menschheit. Eine kleine Gruppe von Arbeiterviren bot ihre Unterstützung an. Sie werden helfen zu mutieren. Die Stimmung bei den versammelten Viren war angespannt und stark emotionalisiert. Wenn wir jetzt nicht alle zusammen halten, werden wir die Schwächeren sein und die Menschen werden uns besiegen. Dann müssen wir uns neue Strategien überlegen bzw. neue Mutationen kreieren. Bis jetzt hatte der Corona-Virus viele und gute Erfolge zu verzeichnen, betonte das Virenoberhaupt. Wenn wir heute Abend angreifen, können wir weitere Erfolge erzielen, ermutigte er die Gruppe der Corona-Viren.
Eine kleine Gruppe von Viren schlich sich zum Fenster der Toss-Lounge und schaute in die gedimmte Atmosphäre der Bar. Der gelungene Mix aus Holz und Stein und die offene Backsteinwand mit den runden und stilvollen Fliesen hinterlies ihnen interessante Einblicke. Sie sahen die Gruppe der Experten, die in ihrer Diskussion heftig verwickelt waren. Auf den Tischen der Gäste standen hochprozentige Getränke wie Gin, Rum, und Whiskys.
Die Viren gingen zurück zu ihren Gleichgesinnten, sie wollten mit ihrem Angriff starten. Der Computer-Virus fehlte noch!!! Eine der wichtigsten Viren überhaupt für die digitale Verunsicherung in der menschlichen Bevölkerung. Nicht nur die Software und nützliche Programme der Menschen sollte er zerstören, sondern bei allen Usern weltweit in den sozialen Medien Schrecken verbreiten, sie verunsichern, ihnen Angst machen und ihnen den Blutdruck hochjagen. Ohne ihn würde das System nicht funktionieren.
Wo bleibt denn nur der Computer-Virus? Er sollte heute Abend die Menschen in der Bar auf mobilem Wege mit ihrem Angriff erschrecken. Alle warteten, hielten Ausschau nach dem Computer-Virus und flogen nervös umher!
Der Pressesprecher der Viren erhielt über seine Kopfhörer die unerwartete dunkle Nachricht, die er augenblicklich den versammelten Viren verkündete.
Der Computer-Virus wurde auf dem Weg zu unserem Treffen von einem wütenden Mob angegriffen und ist schwer verletzt worden. Ein großes Zittern ging durch die Runde... Die einberufene Versammlung der Viren wurde blitzartig vom Oberhaupt der Viren mit den Worten „Lauft los, macht euch an die Arbeit, verliert keine Zeit...“ abgebrochen. Alle Viren verließen fluchtartig den geheimnisvollen Ort und machten sich auf den Weg an ihre Arbeit.


In der Bar gingen indessen die Gespräche der Forscher*innen, Virologen*innen und Ärzte*innen weiter. Sie kamen ihrem Ziel der Vernichtung des Corona-Virus ein Stück näher und erzielten bei den gemeinsamen Gesprächen gute Ergebnisse und einige konstruktive Pläne für ihr Vorhaben. Mit einem mulmigen Gefühl verließen sie frühmorgens die Bar. Die alten Bodendielen knarrten gespenstisch beim Verlassen der Toss-Lounge. Draußen an der Straßenlampe tummelten sich ein Schwarm kleiner Mücken im Lichtschein.
Die Gruppe der Gesundheitsspezialisten wurde das Gefühl nicht los, dass sie von Viren umgeben sind und ihnen der Corona-Virus sehr nahe ist.

Einer der Ärzte gab die Frage zum Nachdenken mit auf den Heimweg.
Was wird dieses Viren-Spektakel in unserer Menschheitsgeschichte mit uns machen?

 


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